NORWEGEN – Guide (nicht nur) für Motorradfahrer

NORWEGEN – Das Land der Fjorde, Berge und endlosen Straßen

Norwegen mit dem Motorrad – Das atemberaubende Land der Fjorde, Berge und endlosen Straßen (nicht nur) für Motorradfahrer

Norwegen gehört zu den faszinierendsten Reisezielen Europas. Das skandinavische Königreich erstreckt sich über mehr als 1.700 Kilometer von Süd nach Nord und bietet eine landschaftliche Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Schroffe Fjorde, gewaltige Gebirge, tosende Wasserfälle, endlose Hochebenen und spektakuläre Küstenstraßen machen Norwegen zu einem Paradies für Motorradfahrer, Fotografen und Abenteurer.

Während in Mitteleuropa vielerorts dichte Besiedlung und Verkehr dominieren, findet man in Norwegen noch echte Weite. Gerade außerhalb der Städte erlebt man eine Ruhe und Ursprünglichkeit, die viele Reisende als tief entspannend empfinden. Wer Norwegen bereist, sollte jedoch Zeit mitbringen. Die Entfernungen werden häufig unterschätzt. Obwohl die Straßen meist in gutem Zustand sind, sorgen Fjorde, Fähren, Tunnel, Gebirgspässe, kurvenreiche Strecken und die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h dafür, dass man deutlich langsamer vorankommt als beispielsweise in Deutschland. 

Das wichtigste für Reisewillige vorweg

Die Bargeldabschaffung ist recht weit voran geschritten, daher zahlt man meisten nur noch mit Kreditkarte. Die gängigsten Karten sind Visa, Mastercard, aber auch direkt mit der Bankkarde-EC ist eine Zahlung möglich, jedoch keine American Express. 

Das Tankstellennetz ist sehr gut ausgebaut, doch man Tankt in Norwegen anders. Zuerst schiebt man seine Karte in den Terminal, schaltet die Zapfsäule frei und tankt dann. Der Betrag wird im Nachhinein kostengenau abgerechnet. 

Die 18 offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten

  1. Jæren (FV44)
  2. Ryfylke (RV13/FV520)
  3. Hardanger (RV7/RV13)
  4. Hardangervidda (RV7)
  5. Aurlandsfjellet (FV243)
  6. Gaularfjellet (FV613)
  7. Sognefjellet (RV55)
  8. Valdresflye (FV51)
  9. Rondane(FV27)
  10. Gamle Strynefjellsvegen (FV258)
  11. Geiranger–Trollstigen (FV63)
  12. Atlantikstraße (FV64)
  13. Helgelandskysten (FV17)
  14. Lofoten (E10)
  15. Andøya (FV82)
  16. Senja (FV86/FV862)
  17. Havøysund (FV889)
  18. Varanger (E75/FV341)

Norwegen auf einen Blick

Allgemeine Fakten

• Staat: Königreich Norwegen
• Hauptstadt: Oslo
• Fläche: ca. 385.000 km²
• Einwohner: ca. 5,6 Millionen
• Amtssprache: Norwegisch
• Währung: Norwegische Krone (NOK)
• Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
• Zeitzone: MEZ / MESZ

Norwegen besitzt eine der längsten Küstenlinien der Welt. Einschließlich aller Fjorde und Inseln beträgt die Küstenlänge über 100.000 Kilometer.

Die größten Städte Norwegens

Oslo – Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum
Bergen – Tor zu den Fjorden
Trondheim – Historische Königsstadt
Stavanger – Ausgangspunkt zum Lysefjord
Tromsø – Hauptstadt der Arktis

Verkehrsregeln und Geschwindigkeiten

Norwegen setzt stark auf Verkehrssicherheit und die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind extrem hoch. 

– Innerorts: 50 km/h
– Außerorts: 80 km/h
– Schnellstraßen: 90 km/h
– Autobahnen: meist 100–110 km/h
– Alkoholgrenze 0,2 Promille

Strafen

Norwegen gehört zu den Ländern mit den höchsten Bußgeldern Europas. Bereits geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen können mehrere hundert Euro kosten. Deutliches Überschreiten kann sogar Fahrverbote oder die Beschlagnahmung des Fahrzeugs nach sich ziehen. 

  • bis 5 km/h zu schnell = 120,- EUR
  • bis 10 km/h zu schnell = 320,- EUR 
  • bis 15 km/h zu schnell = 595,- EUR  (oder 5 Tage Gefängnis, wenn Du nicht sofort zahlst) 
  • bis 20 km/h zu schnell = 840,- EUR (oder 7-11 Tage Gefängnis, wenn Du nicht sofort zahlst) 
Es gibt noch weitere Abstufungen, welche von einigen Faktoren Abhängig sind, doch das ist ein guter Richtwert. Also immer schön langsam fahren. 😉
 
 
 

Sicherheit,  Kriminalität und das Jedermannsrecht

Norwegen zählt seit Jahren zu den sichersten Ländern der Welt. Gewaltkriminalität ist selten, und auch Alleinreisende fühlen sich meist sehr sicher.

Für Motorradreisende bedeutet das:
– Wildcamping ist vielerorts möglich
– Diebstähle sind vergleichsweise selten
– Freundlicher Umgang mit Touristen die Natur und Menschen respektvoll behandeln
– Hohe Hilfsbereitschaft der Einheimischen
– hohe Strafen bei Zuwiderhandlungen

Wildcamping

Das Jedermannsrecht in Norwegen – Freiheit auf zwei Rädern

Wer zum ersten Mal durch Norwegen reist, spürt schnell, dass dieses Land anders ist. Die Straßen werden schmaler, die Landschaft weiter und die Möglichkeiten größer. Ein wichtiger Grund dafür ist das sogenannte Jedermannsrecht – ein jahrhundertealtes Prinzip, das den freien Zugang zur Natur ermöglicht.

Das norwegische „Allemannsretten“ erlaubt es jedem Menschen, sich frei in der Natur zu bewegen. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf einer Motorradreise – die Natur gehört nicht nur wenigen, sondern steht grundsätzlich allen offen. Wer die Regeln respektiert, darf Wälder, Berge, Küsten und weite Landschaften erkunden, ohne ständig auf Verbotsschilder oder Zäune zu stoßen.

Für Reisende bedeutet das vor allem eines: Freiheit.

Besonders wir Motorradfahrer profitieren von diesem Gedanken. Nach einem langen Tag auf kurvigen Straßen, vorbei an Fjorden, Gletschern und Hochgebirgsplateaus, muss die Reise nicht an einem Hotelparkplatz enden. Abseits bewohnter Gebiete ist es erlaubt, für eine Nacht sein Zelt in der freien Natur aufzuschlagen. Oft genügt ein kurzer Spaziergang von der Straße, um einen Platz mit Blick auf einen Fjord, einen Bergsee oder die Mitternachtssonne zu finden.

Im Vergleich zum schwedischen Jedermannsrecht sind die Unterschiede kleiner, als viele vermuten. Beide Länder gewähren einen außergewöhnlich freien Zugang zur Natur. Schweden gilt jedoch vielerorts als etwas großzügiger, insbesondere wenn es um die Nutzung großer Waldgebiete geht. Norwegen legt aufgrund der sensiblen Gebirgs- und Küstenlandschaften teilweise mehr Wert auf lokale Regelungen und Naturschutzbestimmungen. Gleichzeitig ist Wildcampen auch in Norwegen fest in der Kultur verankert und wird von Einheimischen wie Reisenden gleichermaßen respektiert.

Wichtig ist dabei ein einfacher Grundsatz: Die Freiheit endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt oder die Natur beschädigt wird. Wer seinen Platz sauber hinterlässt, keine Spuren hinterlässt und Rücksicht auf Menschen, Tiere und Umwelt nimmt, wird in Norwegen kaum ein anderes Land in Europa finden, das ein vergleichbares Gefühl von Unabhängigkeit vermittelt.

Das ist für mich, wie auch für viele andere Motorradreisende genau der wahre Luxus Norwegens. Nicht die spektakulären Straßen allein. Nicht die berühmten Fjorde. Sondern das Gefühl, am Ende des Tages selbst entscheiden zu können, wohin die Reise führt. Ohne Reservierung. Ohne Zeitdruck. Mit dem Wissen, dass hinter der nächsten Kurve vielleicht genau der Ort wartet, an dem man die Nacht verbringen möchte.

Norwegen erinnert uns daran, dass Reisen mehr sein kann als das Abarbeiten von Sehenswürdigkeiten. Es ist die Freiheit, den eigenen Weg zu wählen – und genau darin liegt der besondere Zauber des Jedermannsrechts.

Fazit

Norwegen ist kein Land für Höchstgeschwindigkeit. Norwegen ist ein Land für Entdecker. Wer bereit ist, langsamer zu werden und sein Leben zu entschleunigen, wird mit einigen der spektakulärsten Straßen Europas belohnt. Für viele Motorradfahrer ist Norwegen daher nicht einfach nur ein Reiseziel. Norwegen ist eine Erfahrung.

Passend dazu: In meinem Reisebericht „Mit dem Motorrad zum Nordkap – 4.380 Kilometer durch Norwegen bis ans Ende Europas“ beschreibe ich meine persönliche Route über Lysevegen, Aurlandsfjellet, Geiranger, die Atlantikstraße, die Lofoten und schließlich bis zum Nordkap.

Du willst mehr über das spektakuläre Norwegen Erfahren? 

Dann besuche gerne meine YouTube-Kanal und begleite mich von Süd- nach Nord-Norwegen und erlebe die Reise entspannt vom Sofa aus. 

Hier geht zum Youtube-Kanal Roman ADV

 

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